Welt MS Tag 2017

 

Alles geht, aber eben nur anders . . . 

 

Bouldernachmittag mit der DMSG

 

Wann: 31. Mai 2017 ab 13:00 Uhr

Wo: "Boulderwelt München West", Bertha-Kipflmüller-Str. 19, 81249 München

Wer: MS Betroffene mit und ohne Kletter-Erfahrung

 

Weitere Einzelheiten auf dem Flyer --> bitte hier anklicken

Rocky Dinner Party 2017

 

Die 11. Rocky Dinner Party ergibt: 530,- € für Kletterprojekte

Die »Rockies« feierten am 25. Februar 2017 ihre nun schon 11. Rocky Dinner Party. »MS on the rocks« laden als Gastgeber im Rahmen der „MS Global Dinner Party“, die auf Initiative der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) 2005 erstmals auch in Deutschland stattfand, nun schon zum elften Male hintereinander Freund*innen, Bekannte und Verwandte in die Leichtathletikhalle der ZHS auf dem TUM-Campus im Olympiapark in München ein. Die Idee ist einfach: Immer am letzten Samstag im Februar wird bei der Rocky Dinner Party gemeinsam geklettert, gefeiert und für die DMSG Spenden gesammelt, die Deutschland weit für therapeutisches Klettern, das bei der chronischen Krankheit Multiple Sklerose positive Auswirkungen hat, eingesetzt werden.
Damit sind die DMSG, »MS on the rocks«, unsere Gäste, Sponsoren und Helfer*innen ein Mosaikstein in einer beispiellosen Erfolgsgeschichte. Im Jahre 2009 wurde zusätzlich der Welt MS Tag ins Leben gerufen. Seither hat dieser Tag, der am letzten Mittwoch im Mai stattfindet rund um den Globus noch tiefere Spuren im öffentlichen Verständnis für die Krankheit mit den tausend Gesichtern hinterlassen, mit der weltweit mehr als 2,5 Millionen und in Deutschland mindestens 200 000 Menschen leben müssen. Jedes Jahr ruft ein Motto mit einem einprägsamen Plakatmotiv zum Mitmachen auf. 2016 hieß es: „Selbstbestimmt leben – mit MS“ mit dem Ziel, auf die Krankheit hinzuweisen und MS-Erkrankten Perspektiven für ein erfülltes Leben trotz und mit MS aufzuzeigen.

Zurück zu unserer 11. Rocky Dinner Party und »MS on the rocks«. Bei den »Rockies« wird das letztjährige Motto jeden Samstag, Wirklichkeit. Und dies und noch viel mehr ist ein triftiger Grund für »MS on the rocks« bei der Rocky Dinner Party sich selbst und andere zu feiern.

Um 9.00 Uhr sind die ersten »Rockies« in der Kletterhalle. Nach dem obligatorischen Aufwärmen geht es ans Klettern. Dr. Claudia Kern, wissenschaftliche Koordinatorin und Übungsleiterin von »MS on the rocks«, und ihr Team vom Kuratorium der TU München haben an den bis zu 15 Meter hohen Kletterwänden unterschiedliche Routen mit verschiedenen Schwierigkeitsstufen eingerichtet.
Die »Rockies«, Schnupperkletter*innen und auf's Klettern neugierige Gäste werden von den engagierten Sicher*innen top rope gesichert. Wie jeden Samstag unterstützt das Team die Kletter*innen bei ihren Klettertouren. Ängsten, einem Nachlassen der Kräfte und der Vielzahl der Beeinträchtigungen, die MS hervorruft und das Klettern nicht einfacher machen, begegnen die Sicher*innen mit viel Fingerspitzengefühl. Viele Kletter*innen schaffen es, diese im Moment des Kletterns zu vergessen und nur noch die Wand hoch zu wollen und damit erleben sie das Faszinosum des Kletterns.
Im Laufe des Vormittags kommen immer mehr »Rockies«, Familienangehörige, Partner*innen, Freund*innen und Interessierte. Und besonders freuen sich die Rockies über den Besuch von ehemaligen Kletter*innen. Bis um 12.00 Uhr wird fleißig geklettert und angeregt geplaudert.

Impressionen aus der Kletterhalle: Laura Fellner (DMSG) und Claudia Kern (KTU) machen sich bereit:

Claudia Laura und Claudia
Laura an der Wand

»Rockies « mit Familienangehörigen:

Rockies und Gäste

Es gibt an diesem Vormittag noch einen besonderen Moment, wo Theorie und Praxis auf einen Punkt kommen. Die kleine Tochter von Sascha steht mit ihrem Klettergurt ausgestattet ausgerechnet vor der schwierigsten Kletterroute – einem Überhang. Matthias, heute der Sicherer am Überhang, begrüßt sie freundlich. „Du hast den Klettergurt richtig angelegt, aber lass uns schnell zu Daniela an die Wand gehen, die passt optimal für dich.“ So begeistert wie sie ist, dass sie dran ist, so energisch gibt sie Matthias zurück, dass sie das nicht wolle, sondern die gleiche Route wie ihr Papa klettern möchte. Mit all ihrem Charme und ihrer Phantasie gelingt es Daniela und Matthias, sie zu überzeugen, doch bei Daniela zu klettern. So flink wie sie diese Route hoch klettert, steht sie Pate für die Theorie, Klettern und Hangeln präge sich jedem Kind als Grundbewegungsform im Rahmen seiner Entwicklung ein. „Und durch die offene Bewegungshandlung im Klettern“, so Claudia Kern, „wird eine sensorische Integration unbewusst geschult und noch vorhandene Bewegungsmuster können abgerufen werden.“
Eindringlich wird damit vor Augen geführt, warum Klettern mittlerweile ein wichtiger Baustein in der Bewegungstherapie bei MS ist.

Um 12.00 Uhr wechseln die cirka 60 Teilnehmer*innen in die Audi-Lounge auf dem TUM-Campus, wo die Rocky Dinner Party weitergeht. Das Buffet haben Teamer*innen, Freund*innen, Angehörige und »Rockies« in der Zwischenzeit flugs aufgebaut. Die Sponsor*innen und Kuchenbäcker*innen haben so viel gespendet, gebacken und mitgebracht, dass das Buffet keinen hungrig zurück lässt. Von deftig – Weißwürste, Leberkäs und Brezeln – bis hin zu süß – tolle Kuchen, verführerisches Gebäck und viel Schokolade.
»MS on the rocks« begrüßen recht herzlich die Vertreterinnen der DMSG, Myduc Stetzer und Laura Fellner und Cristoph Lammel, den Geschäftsführer des KTUs.

 

Myduc Stetzer und Laura Fellner von der DMSG:

Laura und Myduc

Last but not least freuen sich die »Rockies« riesig, dass Gustav Held vom KTU (Herzsport) und Tobi Käser, der verantwortlich dafür ist, dass es »MS on the rocks« überhaupt gibt, auf die Rocky Dinner Party gekommen sind.

Cristoph Lammel (Geschäftsführer KTU) und Tobi Käser:

Christoph und Tobi

Vielleicht hat die eine oder andere Kletter*in beim Anblick von Tobi die Gedanken schweifen lassen und daran gedacht, wie alles anfing: Im Mai 2005 lud der Sportstudent Tobi Käser zur ersten Kletterstudie ins Olympiazentrum. Er schrieb damals an seiner Diplomarbeit über therapeutisches Klettern am Lehrstuhl für Sport und Gesundheitsförderung an der TU München. Sein Ansatz, dass Menschen mit einer neurologischen Erkrankung wie MS durch therapeutisches Klettern Gleichgewicht, Kraft und Koordination stärken können, bestätigen heute nicht nur die mittlerweile 60 Mitglieder von »MS on the rocks«.

Nach diesem Schlenker in die Vergangenheit noch eine Idee für die Zukunft von Dirk für die nächste Rocky Dinner Party am 24. Februar 2018: Ein Buffet mit selbst mitgebrachtem Geschirr (Teller, Tasse, Besteck), um Plastikmüll der Umwelt zuliebe zu vermeiden.

Beim Thema Nachhaltigkeit und Ökologie könnte man nächstes Jahr auch einmal an Vegetarier denken.

Da fällt mir zum Schluss meines Berichtes die folgende wahre Geschichte wieder ein: Als ich in jungen Jahren auf der Loisach raften war, ereignete sich folgendes: Wir trafen uns in einem urigen Biergarten, um uns vor der Rafting-Tour zu stärken. Die Tische bogen sich vor Weißbier und -würsten. Als wir die Kellnerin auf das Essen für die Vegetarier*innen unter uns ansprachen, meinte sie lapidar, dass die Putenweißwürste für die Vegetarier wären. Auf unseren Protest hin, meinte sie: „Das müssen Sie jetzt schon essen, die Putenweißwürste kann ich ja nicht dem Hund geben.“ Worauf der Vegetarier lakonisch erwiderte: „Da haben Sie Recht. Der Hund ist ja auch kein Vegetarier.“ :-)

Was ich mit meinem kleinen Exkurs eigentlich sagen möchte: Wir könnten nächstes Jahr wirklich mal an die Vegetarier*innen unter uns denken.

Zurück zu unserer 11. Rocky Dinner Party. Nach dem Essen geht es an den einzelnen Tischen und am Essensstand angeregt weiter. Bisher fremde Menschen unterhalten sich bestens und jene, die sich sowieso kennen, sowieso.
Und voilà! Die 11. Rocky Dinner Party hat 530,- € an Spenden eingenommen. Toi, toi, toi allen Kletterprojekten, dass sie eine Spende erhalten und herzlichen Dank allen Spender*innen und Helfer*innen!

Wir danken ganz herzlich folgenden Spender*innen und Helfer*innen:

  • Würste und Leberkäs:  Sonja und Toni Vogl
  • Getränke: Daniela
  • Semmeln: Cornelia
  • Senf: Sebastian
  • … und natürlich danken wir allen Kuchenbäcker*innen, den Auf-/Abbau- und Standhelfer*innen, ohne die alles gar nicht möglich gewesen wäre.

 

Klaus Massa