Sicherheitsstandards - Sicherheit beim Klettern 

Ein Grundsatz unseres Konzepts ist die Sicherheit, sodass nur ausgebildete Übungsleiter (mindestens DAV-Kletterbetreuer und eine abgeschlossene Ausbildung in der (Sport-) Therapie mit Erfahrungen in der Neurologie) die Gruppe leiten. Da die Teilnehmer sich nicht gegenseitig sichern, sondern eine Route immer nur von einem Gesunden gesichert werden kann, ist der personelle Aufwand hoch. Die Verantwortung aufgrund der neurologischen Defizite wie Standunsicherheiten, Sensibilitätsstörungen und Kraftverlust ist für ein selbstständiges Sichern - auch mit GriGri oder Eddy - in der Gruppe zu groß (das muss jedoch nicht unbedingt auf Einzelne zutreffen). Durch die Einbindung in die universitäre Ausbildung von Sportstudierenden des Bereichs Prävention und Rehabilitation und zusätzliche ehrenamtliche Helfer, kann eine gute Betreuung trotz hohem Personalbedarf zu niedrigen Kosten für die Teilnehmer realisiert werden. Die Anzahl der Sichernden richtet sich nach der Gruppengröße und dem Schweregrad der Behinderung. In der Praxis hat sich gezeigt, dass ein intensives Training bei 2-4 Patienten pro 1 Betreuer möglich ist. Die Seilsicherung von oben ist dabei ein essenzieller Bestandteil der Therapie und ermöglicht auch Rollstuhlfahrern die Bewältigung einer Kletterroute. In dem Konzept für „MS on the rocks“ wurden drei „Sicherungsstufen“ erarbeitet, die den Patienten nach individuellem Bedarf sichern. In Stufe 1 wird ganz normal, also „locker, aber aufmerksam“ gesichert, so wie es jeder vom Top rope-Sichern kennt. Stufe 2 sorgt für eine sehr straffe Sicherung, sodass der Patient die nötige Sicherheit und Unterstützung hat, um sich ganz auf die Route und seinen Körper konzentrieren zu können, ohne dabei unnötige Hilfe zu erfahren. In Stufe 3 wird sehr straff mit körperlichem Einsatz bzw. Hilfe gesichert, sodass der Patient für ihn unmögliche Stellen trotzdem überwinden kann. Die jeweilige Art des Sicherns passt sich an die Zielsetzung und den körperlichen Zustand des Patienten an. Es kann fließend zwischen den einzelnen Stufen gewechselt werden. Somit kann der Therapeut mit der Art des Sicherns auch von unten maßgeblich auf die „Kletterleistung“ des Patienten einwirken. Das Therapeutische Klettern bietet also gerade für MS-Betroffenen mit ihren unterschiedlichen Symptomen ideale Möglichkeiten individuell und trotzdem mit Gleichgesinnten Sport zu treiben. Auszug aus „MS on the rocks“ Klettern mit Multiple Sklerose – Unmögliches möglich machen!“, DAV-Jahrbuch, 2011

Münchner Standard (für Therapeutisches Klettern)

Was muss zum sicheren und erfolgreichen Therapeutischen Klettern bei MS beachtet werden.
- Sicherheitsstandards
- wie wird in München geklettert?
- wer darf klettern