Unterstützung für Menschen mit Multipler Sklerose:
DMSG-Bundesverband würdigt herausragende Leistungen Ehrenamtlicher mit Festakt

Silberne Ehrennadel für Markus Hermann
Am 03. November 2011 wurde Markus Hermann mit einem Festakt vom Bundesverband der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) in der Glashalle des Internationalen Handelszentrums in Berlin mit einer Ehrennadel in Silber geehrt. Die DMSG dankte an diesem Abend dreizehn weiteren Persönlichkeiten für Ihren Einsatz in Pflege, in der Selbsthilfe und in Projekten der DMSG. Der Schatzmeister des DMSG-Bundesverbandes, Gerd Schmitz-Morkramer hält die Laudatio Silber für Markus Hermann:
„Klettern trotz MS, das, sehr geehrter Herr Markus Hermann aus München in Bayern ist seit sechs Jahren Ihre Passion. Intensiv haben Sie sich für die Klettergruppe »MS on the rocks« eingesetzt, flammende Artikel für die Verbandszeitschrift verfasst, die Kletter-Website entwickelt, das Logo der Gruppe entworfen und mit Ihrer Begeisterung andere MS-Erkrankte so motiviert, dass die Gruppe inzwischen 50 Mitglieder zählt. Wenn andere DMSG-Gruppen in Bayern etwas über diesen Sport erfahren möchten, scheuen Sie weder Zeit noch Mühen, um zu informieren – Sie sind zum reisenden Experten in Sachen Klettern mit MS geworden. Seit drei Jahren engagieren Sie sich darüber hinaus als Delegierter im Landesverband und wer auch immer Ihre Hilfe benötigt, kann sich auf Ihre Unterstütung verlassen.“

Klettern bei Diplomarbeit
Und wie kam es dazu?
... es war einmal ein ganz normaler Stammtisch in Schwabing. Da begab sich ein aufgeweckter junger Mann ins »Rolandseck«. Mit Tobias (Tobi) Käser, der, wie sich schnell herausstellte ein Sportstudent an der TU München war, entstand eine langjährige Verbindung. Doch der Reihe nach. Tobi erklärte den Stammtischlern Thema und Inhalt seiner geplanten Diplomarbeit: »Therapeutisches Klettern bei MS«. Am 28. Mai 2005 standen dann die ersten Kletterpioniere vor einer Kletterwand. Sie waren bereit zu einem Abenteuer und erkannten schnell: „Nicht, weil die Dinge schwierig sind, wagen wir sie nicht, sondern weil wir sie nicht wagen sind sie schwierig.“ Und heute? Aus einem Märchen ist dank des Engagements vieler die Klettergruppe »MS on the rocks« geworden. Um fünf Pioniere – Anja, Ingrid, Lydia, Sebastian und Markus -, die heute noch klettern, tummeln sich inzwischen 50 »Rockies«.

CHAPEAU MARKUS, »Rockie« Klaus Massa

Link zum Bericht des DMSG-Bundesverband

Link zum Bericht des Landesverband DMSG-Bayern

Bericht über unser Symposium "MS und Bewegung" in der Kontakt 2/2011 (DMSG-Bayern).

.... hier gehts zum PDF

Auf der Homepage der TUM ist ein Artikel zum Symposium "MS und Bewegung" erschienen.

=> Hier ist der Link zum Artikel

 


 

Impressionen eines Tages:

Symposium „MS und Bewegung“ anlässlich des 5-jährigen Jubiläums von »MS on the rocks«


Auf der Heimfahrt von der Jubiläumsfeier klingen in meinem Kopf noch Mundharmonikaklänge nach und vor meinem inneren Auge reiten Winnetou und Old Shatterhand durch eine endlose Schlucht oder ein Mundharmonikaspieler kommt mit dem Zug an einem verlassenen Bahnhof an. Eine kurzweilige Aktion des Abendprogramms wirkt nach: der Kurzworkshop Mundharmonika mit René Giessen. Was ein paar Handbewegungen; rechts oder links für tiefer oder höher, vor und zurück für einatmen und ausatmen; und viele Mundharmonikas – alle haben eine bekommen – so bewirken.

Geselligkeit
Doch der Reihe nach.

Schnupperklettern

Schnupperklettern

In der Leichtathletikhalle auf dem TUM Campus im Olympiapark ist anläßlich des 5-jährigen Jubiläums von »MS on the rocks« Schnupperklettern angesagt. Im Laufe des Vormittags sind mindestens 30 »Rockies« und ungefähr 40 „SchnupperInnen“ in der Halle. Da es an Kletterschuhen und -gurten nicht mangelt, die Sicherungsseile an Routen mit den unterschiedlichsten Schwierigkeitsstufen eingehängt sind, die Sicherer engagiert und professionell „tope rope“ sichern, drei Teamerinnen den Kletterern unaufdringlich und mit viel Geduld Grundlagen des Kletterns erklären und mit Tipps zur Seite stehen, wird eifrig geklettert. In dieser Atmospäre läßt jede SchnupperIn ihre Vorbehalte und Ängste fallen. Last but not least gibt das Team um Übungsleiterin Claudia Kern vom Lehrstuhl für Sport und Gesundheitsförderung der TU München auch dem letzten Zauderer die Sicherheit, es mal mit dem Klettern zu probieren. Während der Kletterpausen wird dann über's Klettern gefachsimpelt, über alles und nichts geplaudert und nach dem Motto „Wer hat denn wieder meinen Kletterknoten so fest gezurrt“ geflachst.
Nach 3 Stunden Schnupperklettern haben zumindest 5 von den „SchnupperInnen“ weiteres Interesse angemeldet.
Mir als »Rockie« bleibt mal wieder ein „Merci“ und noch eine klitzekleine Anmerkung in eigener Sache. Es hat Spass gemacht, mal länger mit den »Rockies« von der Nachmittagsgruppe zu klettern. Egal ob „dynamisch und frontal“ oder mit „Eindrehen“.

Symposium „MS und Bewegung“

Frischgeduscht geht es in das Wirtshaus am Bavariapark. Joachim Schweiger von den »MS on the rocks« begrüßt um 16.30 Uhr 90 Interessierte und 6 ReferentInnen zum Symposium. Das Themenspektrum ist äußerst vielfältig und die ReferentInnen kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen. Im Rahmen des Symposiums werden Erfahrungen und Kenntnisse aus der Medizin, Psychologie, Sportwissenschaft und Qigong vermittelt.
Den ersten Teil eröffnet Dr. Martin Meier, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie an der Marianne Strauß Klinik. Sein Thema: „Multiple Sklerose und Bewegung, die psychische Perspektive der MS“. Der Satz „Machen Sie etwas – trotzdem“ bleibt bei mir hängen und die überaus wichtige Erkenntnis, dass Bewegung ein körperliches Korrelat bei den verschiedensten Krankheiten u.a. der MS sei.
Die Idee, dass Menschen mit einer neurologischen Erkrankung wie MS durch therapeutisches Klettern Gleichgewicht, Kraft, Koordination und Selbstwert stärken könnten, bestätigen Claudia Kern und Stephan Pramsohler vom Lehrstuhl Sport- und Gesundheitsförderung der TU München mit Zahlen aus ihren Forschungsarbeiten. Sie untermauern mit ihren Vorträgen „»MS on the rocks«, Therapeutisches Klettern bei MS“ und „In Balance – Gleichgewicht und MS“, dass sich auch bei Menschen mit MS Koordination und Gleichgewicht durch Bewegung, Sport und Gymnastik signifikant verbessern.

Launig eröffnet Prof. Dr. Martin Halle, der Vorstandsvorsitzende des Kuratoriums für Prävention und Rehabilitation der TU München (KTU) – extra von einem Kongress aus Berlin eingeflogen – den zweiten Teil des Symposiums.

Marc Morgott vom Institut für Sportwissenschaft und Sport in Erlangen streicht in seinem Referat „MS und Sport – Überblick, Wirkungen, Empfehlungen“ noch einmal heraus, dass sportliche Betätigung im Bereich der Symptomatischen Therapie der MS einen hohen Stellenwert hat.

Christine Klinger-Böhm vom Qigong-Zentrum Augsburg lässt mich bei ihrem Vortrag „Qigong und MS“, der anschaulich mit praktischen Übungen schließt, den Vorsatz fassen, wieder regelmäßig Qigong zu praktizieren.

Qigong-Übungen

Dem letzten Referenten Alexander Hentzschel vom Achilles Track Club mit seinem Thema „Schritt und Schritt – Laufen mit MS“ wünsche ich weiterhin Mut zu Offenheit und viele MitläuferInnen.

Meine subjektive Reduktion der interessanten und komplexen Vorträge zum Thema „MS und Bewegung“ heißt „Viel ist nicht genug.“

Bei den OrganisatorInnen und ReferentInnen des Symposiums kann man sich für so viel Fachkompetenz und Organisationsgeschick nur bedanken!

Abendprogramm

Im Seitengang des Kongresssaals steht inzwischen ein opulentes Buffet. Leckere Salate und Vorspeisehäppchen nebst Fleich- und Fischspeisen lassen den Augen- auch zu einem Gaumenschmauss werden.

Buffet

Der Abend an meinem Tisch geht kurzweilig weiter. Mit viel Vergnügen widmen wir uns auch dem Mundharmonika Workshop von R. Gießen. Ungläubig konstatieren wir, dass er mit ein paar Handbewegungen unzählige Mundharmonikas dirigiert, die zunächst zaghaft, dann hörbar die Melodien spielen.


Unser Orchester wird von einer Solistin, Susanne Martern, auf der Gitarre mit dem Lied „MS on the rocks“, kongenial abgelöst.

Danach nimmt ein Mundharmonikaspieler gut informiert, prächtig unterhalten und wohl gestärkt die U-Bahn nach Hause.


Klaus Massa